Energie: umgewandelt, erneuert und eingespart

Gesucht wird ein zukunftsfähiges Energiekonzept: der Bundesverband Erneuerbare Energie e.V. geht hierbei davon aus, dass darin kein Platz mehr ist für Kernkraft und Kohlemeiler; Laufzeitverlängerungen für AKWs blockieren den Ausbau erneuerbarer Energien, meint der BEE und hält es für machbar, dass erneuerbare Energien in Deutschland bis 2020: nahezu die Hälfte der Stromversorgung abdecken; mindestens 500.000 zukunftsichere Jobs schaffen – bei aktuell 300.000 bestehenden Jobs -, sowie den CO2-Ausstoß um 40% reduzieren!

Was die energieintensiven Branchen in Deutschland betrifft, halten diese den Weg in das Zeitalter der erneuerbaren Energien allerdings noch nicht für tragfähig; es wird darauf hingewiesen, dass Energie nicht nur sicher und sauber sondern auch bezahlbar sein muss. Und hier haben die energieintensiven Industrien ein Problem mit ihrer derzeit dreifachen Belastung durch:

  • Emissionshandel,
  • Subventionen für erneuerbare Energien,
  • steigende Ökosteuer.

Insofern soll der Energiebedarf auf absehbare Zeit nicht nur durch erneuerbare Energien abgedeckt werden, sondern durch einen ausgewogenen Energiemix; so der Standpunkt der Branchenvertretungen:

  • Bundesverband Baustoffe –Steine und Erden e.V.
  • Verband Deutscher Papierfabriken e.V.
  • Bundesverband Glasindustrie e.V.
  • WirtschaftsVereinigung Metalle
  • Verband der Chemischen Industrie e.V.
  • Wirtschaftsvereinigung Stahl

Die Speicherung, intelligente Verteilung und effiziente Nutzung von Energie steht den erneuerbaren Energien gegenüber. Auf ihren Fraunhofer Energietagen präsentiert die Fraunhofer-Allianz Energie ein entsprechendes Dienstleistungsangebot für die Bereiche:

Gemeinsam mit der Wirtschaft soll die effiziente Nutzung von Energie und die Erschließung erneuerbarer Energieträger weiter ausgebaut werden; viele Unternehmen erkennen darin qualitatives Wachstum.

Eine smarte Lösung zur Energieeinsparung steckt sicherlich in dem Konzept, definierte technische Systeme im Produktionsbetrieb, koordiniert und zentral gesteuert, in Pausenzeiten selektiv abzuschalten; beispielsweise:

  • Displays,
  • Antriebe,
  • Sensoren, aber auch
  • komplexe Maschinen.

Realisiert wird dies über einen industriellen “IT-Standard”, der einen unternehmensweiten Datentransfer gewährleistet und auf höchste Ansprüche der Betreiber von Produktionssystemen ausgerichtet ist; dieser Standard bietet auch eine Datenschnittstelle, die es ermöglicht, Energiekonzepte nicht nur für lange Pausen – beispielsweise am Wochenende – sondern auch für kurze Pausen zu realisieren. Und das, ohne die Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit von technischen Systemen zu gefährden; sicherheitsrelevante Komponenten sind somit tabu und bleiben weiterhin in Betrieb. Die Siemens AG hat eine solche energiesparende Lösung entwickelt: Energie soll nur dann genutzt werden, wenn auch produziert wird.

Auch lohnt sich die energetische Optimierung von “Einzelenergieverbrauchern im kommunalen Bereich”; und da stehen nach Erkenntnissen des Umweltbundesamtes die Anlagen zur Abwasserbehandlung an der Spitze: Über Energieeffizienz-Maßnahmen sowie durch verbesserte Eigenenergieerzeugung soll dort der Strombedarf um mehr als 20% gesenkt werden können. Nach einer entsprechenden Studie gelingt das, indem:

  • die Abwärme im Kanalnetz ausgenutzt wird,
  • moderne Umwelttechnik für Transport und Behandlung von Abwasser zum Einsatz kommt,
  • das energetische Potenzial von Klärgas besser gewonnen und verwertet wird.

Außerdem gibt es energetisch bemerkenswerte Innovationen, die der Wettbewerb “Potenzial Innovation” ausgezeichnet hat; initiiert vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) und dem Wirtschaftsmagazin “impulse”:

  • So offeriert die isocal GmbH einen SolarEis-Speicher: ein unterirdischer Wassertank, der Energie aus Sonnenkraft, Lufttemperatur und Erdwärme speichert und über eine Wärmepumpe abgibt. Hierbei wird “Kristallisationswärme” genutzt, über die sich in den Wintermonaten “ungewöhnlich kostengünstig heizen lässt”; in den Sommermonaten arbeitet das System als “nahezu kostenneutrale Klimaanlage”.
  • Ein Energie- und Prozesmanagementsystem für Maschinen der Druckbranche hat die Quint sdi GmbH entwickelt: Durch intelligente Energierückgewinnung aus dem “Druckprozess” können Heizkosten zwischen 50 und 90 % gesenkt werden.

Zum Thema systematisches Energiemanagement bietet das Bundesumweltministerium Unternehmen und Organisationen einen Leitfaden an; DIN EN 16001: Energiemanagementsysteme in der Praxis

Lutz Breunig

Herausgeber des servicereport: seit 1979 im Service tätig; zunächst als Service-Ingenieur, danach im internationalen Servicemanagement; seit 1994 beratend aktiv.

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