Mobilität der Zukunft: Umweltbundesamt mit neuem Verkehrskonzept

Eine Studie des Umweltbundesamtes zu “wirtschaftlichen Aspekten nichttechnischer Maßnahmen im Verkehr“ fokussiert die Emissionsminderung und deren ökonomische Auswirkungen auf Bruttoinlandsprodukt, Beschäftigung und Investitionen sowie den gesamtwirtschaftlichen Nutzen und die Konsequenzen für die jeweiligen Verkehrsträger. In diesem Zusammenhang wird die verbesserte CO2-Bilanz vieler Fahrzeugtypen honoriert, gleichzeitig aber betont, dass dies die Verkehrsemissionen kaum verringert hätte.

Der Ausblick auf die zukünftige Mobilität präsentiert die Erkenntniss, dass das Verkehrssystem in drei Richtungen auszubauen ist:

  1. Verzahnung des Individualverkehrs mit öffentlichen Verkehrsmitteln
  2. Verstärkte Steuerung der Verkehrsflüsse
  3. Ausbau des Radverkehrs und Fußverkehrs

Hiermit sollen nicht nur Umwelt und Klima geschützt sondern auch Wirtschaftskraft und Beschäftigung gesteigert sowie Möglichkeiten der Kostensenkung für die einzelnen Nutzer geschaffen werden. Infolge werden Konzepte vorgeschlagen, in denen der Radverkehr eine dominierende Rolle spielen soll. Unterstützen soll dies eine adäquate Verkehrs- und Regionalplanung mit Investitionen in eine so genannte “Stadt der kurzen Wege”. Hinzu kommt der propagierte Einsatz elektrischer Fahrräder, mit denen sich größerer Distanzen  zurücklegen lassen als mit herkömmlichen Rädern.

Konkret erwartete Vorteile für den einzelnen Verkehrsteilnehmer werden definiert als:

  • Gesundheitsnutzen durch Rad- und Fußverkehr –  mit bis zu 2.000 Euro pro Jahr und Person
  • Einsparungen von mehreren Tausend Euro pro Jahr, bei Verzicht auf den eigenen Pkw

Als Fazit der Studie gilt, dass sich der ökologische Umbau von Mobilitäts-  und Verkehrsystemen insgesamt volkswirtschaftlich auszahlt, wozu – selbst bei Sympathisanten dieser Initiativen – sicherlich noch einige Überzeugungsarbeit zu leisten ist. Immer vorausgesetzt, die öffentlichen Mobilitätsangebote bieten eine echte Alternative.

Lutz Breunig

Herausgeber des servicereport: seit 1979 im Service tätig; zunächst als Service-Ingenieur, danach im internationalen Servicemanagement; seit 1994 beratend aktiv.

Kommentare (2)

  1. Bemerkung am Rande: Der Antrag der Piratenpartei auf Dienstfahrräder und Monatskarten für Bus und Bahn wurde vom Berliner Innensenator abgelehnt … ;-)

  2. … da passt es ja auch ganz gut, dass seit Ende 2012 Fahrräder steuerlich dem Dienstwagen gleichgestellt sind. Na, dann mal los!

Kommentare sind geschlossen.